<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248</id><updated>2011-04-21T22:13:43.823+02:00</updated><title type='text'>Martin Pichler</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>18</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-6055278077702982772</id><published>2007-07-28T18:48:00.000+02:00</published><updated>2007-07-28T18:59:07.900+02:00</updated><title type='text'>Leise und mit Trauer gespickt</title><content type='html'>Die Gesellschaft ohne störende Einschlüsse wäre immer schön, immer jung, immer glücklich. Gesellt sich aber ein Störgeräusch hinzu, dann sind Lebensläufe nicht immer schön, nicht immer jung und nicht immer glücklich. So wie das auch bei der zweiten Veröffentlichung von Martin Pichler "Störgeräusch" der Fall ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Familie namens Reider steht unter der Beobachtung des Erzählers, die Mutter stirbt, der Vater und der Sohn machen nun anderes und haben mitunter Sex mit Männern im Auto oder verlieben sich in wesentlich jüngere Frauen: wobei diese beiden Punkte bereits die reißerisch herausgeklaubten Splitter in einem Buch sind, das zu wesentlicheren Teilen leise und mit Trauer gespickt ist. Ein wenig Abschied also. "Störgeräusch" besteht fast lückenlos aus schönen Sätzen, so engmaschig gesetzt und wohldurchdacht, dass bei soviel Wortmalerei der Lesefluss manchmal darunter leidet. Ist aber egal, denn schwierige Bücher sind immer noch die besseren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Barbara Zeman&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-6055278077702982772?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/6055278077702982772/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=6055278077702982772' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/6055278077702982772'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/6055278077702982772'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2007/07/leise-und-mit-trauer-gespickt.html' title='Leise und mit Trauer gespickt'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-1684855203156880768</id><published>2007-04-09T11:05:00.000+02:00</published><updated>2007-08-01T11:07:25.005+02:00</updated><title type='text'>Familie am Wendepunkt</title><content type='html'>&lt;strong&gt;Störgeräusch&lt;br /&gt;Martin Pichlers dritter Roman über eine (fast) normale Familie am Wendepunkt stellt nach dem Tod der allgegenwärtigen Mutter Normalität in Frage&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;Die Geschichte von Philipp, dem schwulen Sohn von Franz und Margareth, wird mit rasantem Blickwechsel erzählt. Störgeräusche unterbrechen konstant den Fluss der Erzählung ebenso wie das Leben der Figuren: Ein Handy kontrolliert den Vater zu Lebzeiten der Mutter, deren Stimme nach ihrem Tod Vater und Sohn nicht los lässt. Eine schwere Herzkrankheit bedroht das Leben des Vaters. Normalität ist oft Tabu brechender als das Außergewöhnliche, so der Südtiroler Autor, der seinen Text im Grenzland ansiedelt: Sein Südtirol ist Nahtstelle von Kulturen, Volksgruppen, Sprachen und sexuellen Identitäten. Italienische Sequenzen beleben den Roman in einem homogenen Nebeneinander. Für Philipp ist  die für ihn fremde Sprache seines Freundes Luca Befreiung und Code, mit dem er neue Spielgefährten kontaktiert und erreicht. Dass allen, den LeserInnen, dem Autor wie den fiktive Gestalten, der Verlust von Sicherheiten droht, kann auch als Aufbruch verstanden werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bereits in „Lunaspina“ schildert Pichler das Sterben der Mutter als Selbstfindung des homosexuellen Sohnes im Familien und Freundeskreis. Mit „Störgeräusch“ durchbricht er die Sprachlosigkeit erneut und setzt Sprache ein, um Gefühle und Beziehungen klarzustellen. In wechselnde Perspektiven und schnellen Schwenks entfalten sich in parallel geführten Erzählsträngen Lebensentwürfe, Haltungen und Emotionen, zwischen denen es vorerst kaum Berührungspunkte gibt. Vater wie Sohn überschreiten erst nach dem Tod der Mutter ihre Kommunikations- und Beziehungslosigkeit: Franz öffnet sich einer sexuellen Leidenschaft zu der viel jüngeren Maria. Philipp bricht aus einer mehr oder weniger monogamen Zweisamkeit mit Luca aus, um Körper und Lust neu zu entdecken. Nun entsteht zwischen Vater und Lebensgefährten des Sohnes Nähe. Die Homosexualität des Sohnes ist für ihn jetzt selbstverständlich. Philipp sucht im Chatroom Partner, mit denen er seine bisherigen sexuellen Praktiken erweitert. Gerade in einer bedingungslosen Hingabe und Unterwerfung erfährt er Grenzen von Sex, Leidenschaft und Eros.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zentrale Motive sind Sehnsucht nach Verbindung und Vernetzung in einer Welt, die von Störgeräuschen dominiert wird. Dieser Dschungel von Telefon, Handy, Internet erzwingt genaues Hinhören. Pichlers Roman wird zu Recht mit David Leavitts „The Lost Language of Cranes“ (Verlorene Sprache der Kräne) verglichen. Er verlangt von seinen Leserinnen höchste Konzentration und die Bereitschaft, eigene Grenzen zu überschreiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Peter Jobst (Pride, April 07)&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-1684855203156880768?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/1684855203156880768/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=1684855203156880768' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/1684855203156880768'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/1684855203156880768'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2007/04/familie-am-wendepunkt.html' title='Familie am Wendepunkt'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-4016481484190356201</id><published>2007-04-03T19:01:00.000+02:00</published><updated>2007-07-28T19:16:38.197+02:00</updated><title type='text'>Buchvorstellung einmal anders</title><content type='html'>&lt;a href="http://bp3.blogger.com/_tlf9D6_ZoFA/Rqt5cNHCkgI/AAAAAAAAAAk/wwMEPeDXUNQ/s1600-h/martin_pichler3.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5092297329134965250" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://bp3.blogger.com/_tlf9D6_ZoFA/Rqt5cNHCkgI/AAAAAAAAAAk/wwMEPeDXUNQ/s320/martin_pichler3.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://bp2.blogger.com/_tlf9D6_ZoFA/Rqt4Q9HCkfI/AAAAAAAAAAc/i1-wxitqa6s/s1600-h/martin_pichler3.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Buchvorstellung einmal ganz anders!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Donnerstag, den 29. März 2007 fand in der neuen Mediothek der Handelsoberschule eine außergewöhnliche Autorenlesung statt. Der Bozner Autor Martin Pichler stellte sein neuestes Werk „Störgeräusche" vor.&lt;br /&gt;Die eingeladenen Klassen, die auf einen traditionellen Ablauf gefasst waren (dem lesenden Autor nur zuzuhören) wurden positiv überrascht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand nicht das Buch selbst, sondern die Schüler/innen mit ihren Fragen und ihrer Neugier. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Um jenen, die noch kein Buch von ihm gelesen haben, einen Eindruck von seiner Schreibweise zu geben, las er eine seiner noch unveröffentlichten Erzählungen vor. Anschließend stand er den Schülern für Fragen zur Verfügung, welche ihn sofort mit persönlichen Fragen bombardierten. Pichler, der seine Homosexualität in seinen Werken geoutet hat, antwortete darauf mit überraschender Offenheit und mit Humor. Er erzählte über die Schwierigkeiten als Autor, dass er z.B. nicht vom Schreiben alleine leben könne, er erzählte auch private Anekdoten und musste nie um die Aufmerksamkeit der Zuhörer/innen bitten. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;em&gt;Sofia Schuen und Elisabeth Valentin 5B&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-4016481484190356201?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/4016481484190356201/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=4016481484190356201' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/4016481484190356201'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/4016481484190356201'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2007/07/buchvorstellung-einmal-anders.html' title='Buchvorstellung einmal anders'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://bp3.blogger.com/_tlf9D6_ZoFA/Rqt5cNHCkgI/AAAAAAAAAAk/wwMEPeDXUNQ/s72-c/martin_pichler3.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-7790702696294392849</id><published>2007-01-13T19:27:00.000+01:00</published><updated>2007-01-13T19:29:52.406+01:00</updated><title type='text'>Rezension "Störgeräusch"</title><content type='html'>Man kann Martin Pichlers Roman gern zweimal lesen. Er hält es aus. "Störgeräusch" zeichnet sich aus durch seine kompositorische Dichte und ein feines Netz sprachlicher Bezüge. Thematisch schließt das Werk deutlich an seine beiden vorausgehenden Bücher an, wobei der Autor nun formell wieder auf die Schreibstrategie zurückgreift, die er in seinem ersten Buch, "Lunaspina", ausgelegt hatte und die eine erstaunliche Fähigkeit erkennen lässt, sich akribisch in die Sicht- und Wahrnehmungsweisen seiner Figuren einzuwühlen. Pichlers zweites Romanwerk, "Nachtreise", stellt bekanntlich eine sehr direkte literarische Protokollierung und Verarbeitung des Todes seiner Mutter bzw. des "Muttersterbens" dar. Mögen die Figuren in "Störgeräusch" auch eine bekannte thematische Landschaft evozieren, es handelt sich bei diesem Buch nicht um einen "Fortsetzungsroman", der Grad der Fiktionalisierung hat zugenommen, das Autobiographische spielt, literarisch gesehen, kaum noch eine Rolle.&lt;br /&gt;Die drei Kapitel des Romans setzen sich aus geschickt montierten Perspektivwechseln innerhalb einer sorgfältig angelegten Figurenkonstellation zusammen: Erinnerungen, Déjà-vus, Rückblicke, die immer wieder unterbrochen, gestört oder an einem anderen Punkt fortgeführt werden. Die Lebensentwürfe der beiden Protagonisten, Vater und Sohn, werden parallel geführt, so fallen Licht und Schatten auf den jeweils anderen, bevor sie gegen Ende des Romans einander gegenübertreten.&lt;br /&gt;Als unaufdringliches Leitmotiv des Buchs verrät das wiederkehrende "Dreh dich um, dreh dich um!" ein Verfahren, das die formale mit der inhaltlichen Ebene verbindet sowie anhand der Schreib- eine Lesestrategie mitliefert. Die kühne Verknüpfung, die der Autor hier zwischen dem Hohelied Salomos ("Dreh dich um, dreh dich um, Sulamith! Dreh dich um, dreh dich um, dass wir dich anschauen!") und Aufforderungen, (homo-)sexuellen Wünschen bzw. Fantasien im Liebesspiel ("Dreh dich um!") herstellt, spricht die zentralen Themen Liebe und (schwule) Erotik im Roman an. Überlagert sind diese Konnotationen von Aufforderungen, genau hinzuschauen und zu erkennen, was vor sich geht. Es ist die Geste des Innehaltens, das Tempo, das sich in den filmischen Stilmitteln der Flashbacks widerspiegelt, sowie die Einsicht, die sich einer der Hauptfiguren des Romans zur eigenen Überraschung aufdrängt, dass "alles im Rückblick Sinn (erhält)", nämlich das, was man zuvor bereits weiß, sich aber dennoch nicht vorzustellen vermag.&lt;br /&gt;Angeregt wird dieses Innehalten und Hinhören vordergründig durch eine Reihe von Störelementen und Störgeräuschen - scheinbar zufällig auftretende kleine ärgerliche Irritationen des Alltags, die da irgendwo aus dem Äther kommen, schließlich jedoch die Figuren an einem richtigen Nerv treffen, sie hellhörig machen und hinhören lassen. Neben dem "Sirren" und "verräterischen Raunen" der gängigen Kommunikationsmittel (Telefon, Internet) ist es die Stimme der toten Mutter bzw. Frau, Margareth, die hier dazwischenfunkt. Damit wird zugleich vektorial jener Ort angedeutet, der das "gespenstische" Rauschen und Raunen vom Hintergrund her gleichsam bündelt: Der Tod der Mutter (bzw. Frau), die letzte Phase ihrer zehrenden Krankheit eingeschlossen. Er stellt jene Zäsur dar, die eine "alte Zeitordnung" zum Abschluss bringt und den Beginn neuer Verhältnisse markiert. Während die alten familiären Beziehungen gleichsam auseinander treiben, den Grund für einen Zusammenhalt verloren haben, versuchen Vater und Sohn, mit dem Verlust umzugehen, gehen jeweils neue Liaisonen ein. Dabei sehen beide sich auf je unterschiedliche Art und Weise in Verrat verstrickt.&lt;br /&gt;So findet Franz sich unversehens in ein "Doppelleben" geraten, hin- und hergerissen zwischen der um Jahre jüngeren Maria und Margareth, die sich durch ihre Stimme (noch immer) an ihn wendet: "Dreh dich um, dreh dich um!, erinnere dich an meinen Atem [...]. Erinnere dich an die Dinge, die ich nicht weiß, weil ich abgewandt war von mir selbst, halte sie fest für mich." Am Rande scheint an dieser Stelle angedeutet, was über die Figurenperspektive hinaus noch eine Intention des Autors, des Schreibens, zum Ausdruck bringt: die "Verantwortung den Toten gegenüber". Die Figuren des Romans treibt dieses Vermächtnis in ein Dilemma, das da ungleich radikal formuliert wird: "Unweigerlich erweist sich jede Sehnsucht, einmal in Worte gefasst, als Verrat".&lt;br /&gt;Philipp, der seine Affäre mit Diego seinem Freund Luca verheimlicht, erscheint vordergründig gelassener als sein Vater. Sein Flirten in Chatrooms unter Zuhilfenahme unterschiedlicher Identitäten sieht er als Ablenkung, als Spiel oder als Zugeständnis an die Kehrreime der Songs aus dem Autoradio: "Nessuno è mai solo se stesso" (Niemand ist niemals nur er selbst). Doch auch sein "Doppelspiel" geht zurück auf die Zeit, als seine Mutter im Sterben liegt. Indem Philipp sich einklinkt in das virtuelle Universum des Chatrooms, klinkt er sich zugleich aus von der realen Welt des Schmerzes und der Gewissheit des Verlusts. Ein Verlust, der offenbar von erschütterndem Ausmaß ist, wie er es später ausdrücken wird: "Ohne Mutter ist er nämlich verloren. Es gibt für ihn kein Leben ohne sie. Ganze Regionen seines früheren Lebens sind zusammengebrochen [...]." Philipps Mutter war es - anders als sein Vater , die nach seinem Outing ihn und sein Anderssein bedingungslos anerkannte, genauso wie sie Luca sofort in ihr Herz schloss. Er war, so Philipp, Mutters "Adoption". Es ist, als ob der Verlust der Mutter zugleich Luca mit beschädigte. Statt in diesem das Leben und die Liebe zu erkennen, ertappt sich Philipp, wie er von Luca wie von Mutter spricht, "als spräche er von zwei Toten, deren Erinnerung ein lästiger Nachspuk ist." "Vielleicht wäre es in der Tat tröstlich, sich in wolkiger Trauer aller Gefühle für Luca zu entledigen."&lt;br /&gt;Wie tiefgreifend und nachhaltig der Verlust der Mutter auch in Philipps Gefüge der Sicherheit eingegriffen hatte, als ob er den Verlust der Selbstverständlichkeit seines Andersseins darstellen würde, wird noch auf einer anderen Ebene angesprochen. In den Alpträumen erscheint seine einmal errungene Emanzipation gegenüber dem Vater aufgehoben, in Frage gestellt. Tatsächlich ist daran jedoch auch eine Angst sichtbar, die Vater und Sohn ohne ihr Wissen miteinander verbindet: die Angst vor der Veränderung. Franz gelingt es schrittweise, diese Angst zu überwinden, sich der neuen Liebe und einem unkonventionellen Lebensmodell zu öffnen, das er vor kurzem seinem Sohn nur schwerlich zugestehen wollte. Die Veränderungen, die Franz allmählich in seinem Leben zulässt, stellen schließlich eine Analogie zu Philipps schwuler Identitätsfindung dar.&lt;br /&gt;Philipp dagegen flüchtet sich in die Figur des Jeeg Robot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Martin Reiterer &lt;a href="http://www.literaturhaus.at"&gt;www.literaturhaus.at&lt;/a&gt; &lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-7790702696294392849?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/7790702696294392849/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=7790702696294392849' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/7790702696294392849'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/7790702696294392849'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2007/01/rezension-strgerusch.html' title='Rezension &quot;Störgeräusch&quot;'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-6849782241486060607</id><published>2007-01-04T11:54:00.000+01:00</published><updated>2007-01-04T11:57:24.992+01:00</updated><title type='text'>Vater und Sohn</title><content type='html'>Martin Pichlers atmosphärisch dichter, wieder in Südtirol spielender Roman &lt;em&gt;Störgeräusch&lt;/em&gt;, der vertraute Motive aus &lt;em&gt;Lunaspina&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Nachtreise&lt;/em&gt; aufnimmt, ist wesentlich auch ein Roman über das Hören und die Sprache hinsichtlich ihrer technischen Vermittelbarkeit. So wird in diesem Roman auch mehr telefoniert und gechattet als direkt miteinander gesprochen.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Martin Pichler entwirft diese Vater-Sohn-Geschichte in parallelen Schnitten, zeigt präzise und niemals wertend, wie sich Franz und Philipp in den Monaten nach der erschütternden Erfahrung des Verlustes neu positionieren müssen. Doch die gewohnte Ordnung ist unwiederbringlich vorbei und schließlich durchbrechen die beiden Konventionen, deren Verbindlichkeit mit dem Tod der Mutter geendet hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;    Im Grunde sind dies, außer für die Beteiligten, wenig außergewöhnliche Dinge, die hier verhandelt werden: Familienkonstrukte, Lebensentwürfe – und der Zufall, der alles über den Haufen wirft. Doch die unbestrittene Meisterschaft des Autors zeigt sich gerade in seinem analytischen Blick auf das Alltägliche und seiner klaren Sprache, mit der er seine durchschnittlichen Figuren in allen Facetten ihrer körperlichen Erfahrung, existenziellen Begrenzung und sprachlosen Isoliertheit zeigt – Nicht immer bequem für den Leser, aber gerade deswegen unbedingt lesenswert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Markus Hildenbrand in: Die Furche, 14. Dezember 2006&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-6849782241486060607?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/6849782241486060607/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=6849782241486060607' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/6849782241486060607'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/6849782241486060607'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2007/01/vater-und-sohn.html' title='Vater und Sohn'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-888410137482451203</id><published>2007-01-03T15:05:00.000+01:00</published><updated>2007-01-03T15:35:37.912+01:00</updated><title type='text'>Am liebsten gelesen 2006</title><content type='html'>&lt;a href="http://bp2.blogger.com/_tlf9D6_ZoFA/RZu7hIuRP7I/AAAAAAAAAAM/AW_KrWidFpc/s1600-h/pichler.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5015808787958808498" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://bp2.blogger.com/_tlf9D6_ZoFA/RZu7hIuRP7I/AAAAAAAAAAM/AW_KrWidFpc/s320/pichler.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Meg Rosoff "So lebe ich jetzt"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Tobias Wolff "This Boy's Life"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Vladimir Nabokow "Lolita"&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;John Updike "Landleben"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Paula Fox "Der kälteste Winter"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Maeve Brennan "Mr. und Mrs. Derdon"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Philippe Grimbert "Ein Geheimnis"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Jan Guillon "Das Böse"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Richard Yates "Elf Arten der Einsamkeit"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Alice Munros "Tricks"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Truman Capote "Kaltblütig"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Alexander Stille "Citizen Berlusconi"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;James Howe "Joe e basta"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;William J. Mann "Von Männern und Jungs"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Lev Raphael "Winter Eyes"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Philip Roth "Jedermann"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Do van Ranst "Wir retten Leben, sagt mein Vater"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Bart Moeyaert "Brüder"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Jutta Richter "Hechtsommer"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Paul Ingendaay "Warum du mich verlassen hast"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Augusten Burroughs "Werbepause"&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Richard Powers "Das Echo der Erinnerung"&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-888410137482451203?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/888410137482451203/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=888410137482451203' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/888410137482451203'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/888410137482451203'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2007/01/am-liebsten-gelesen-2006.html' title='Am liebsten gelesen 2006'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://bp2.blogger.com/_tlf9D6_ZoFA/RZu7hIuRP7I/AAAAAAAAAAM/AW_KrWidFpc/s72-c/pichler.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-116618284571119141</id><published>2006-12-15T12:33:00.000+01:00</published><updated>2006-12-15T12:40:45.723+01:00</updated><title type='text'>Unter einem Dach</title><content type='html'>Die Mutter ist an Krebs gestorben. Philipp lebt in der ausgebauten unteren Wohnung, sein Vater versucht fortan oben allein zurechtzukommen. Da tritt Maria, eine alte Liebe, wieder in das Leben des Witwers, und bald sind die beiden ein Paar. Auch Philipp strebt nach Veränderung, sucht im Chat den sexuellen Kick und findet diesen wenig später leibhaftig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Betrug an den Toten, an den Lebenden - Betrug allenthalben? Martin Pichler verhandelt im Roman "Störgeräusch" die Lust, die Liebe und also das Leben, wie es auch nach einem tragischen Verlust weitergehen kann beziehungsweise muss.&lt;br /&gt;Der junge Südtiroler knüpft damit nahtlos an seinen gefeierten Vorgänger "Nachtreise" (2005) an, liefert aber nicht nur eine Fortsetzung, sondern zugleich einen weiteren eigenständigen wie auch intensiven Roman.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;MZ, Markus Bundi&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-116618284571119141?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/116618284571119141/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=116618284571119141' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116618284571119141'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116618284571119141'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/12/unter-einem-dach.html' title='Unter einem Dach'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-116514616768570469</id><published>2006-12-03T12:39:00.000+01:00</published><updated>2006-12-03T12:45:05.310+01:00</updated><title type='text'>Durch das Dickicht der Konventionen</title><content type='html'>So wie Schönheit allein im Auge des Betrachters liegt, so existieren Konventionen oft nur in den Köpfen der Betroffenen. Und setzen sich dort mitunter am hartnäckigsten fest. Franz und Philipp Reider geht es so, Vater und Sohn, die soeben Ehefrau respektive Mutter verloren haben. Doch abgesehen vom gemeinsamen Verlust stehen die beiden einander fremd und distanziert gegenüber. Dass sie in gleicher Weise neue Lebensentwürfe erproben, ist lediglich eine Gemeinsamkeit zwischen ihnen, bewirkt jedoch keine tiefere Verbindung. Franz auf der einen Seite stellt sich dem Wagnis einer neuen Liebe zu einer um vieles jüngeren Frau und versucht, von Zweifel, Schuld und Liebesbedürfnis begleitet, einen gangbaren Weg in die Zukunft zu finden. Philipp wiederum bricht aus seiner Partnerschaft mit Luca aus, um ein scheinbar unverbindliches, von Macht, Lust und Leidenschaft bestimmtes Verhältnis mit einem anderen Mann einzugehen. Dabei sieht er sich zunehmend mit den Dämonen der Vergangenheit und der Fragwürdigkeit eigener Überzeugungen konfrontiert. Was Vater und Sohn dann letztlich doch verbindet, ist das Störgeräusch, das ihrer beider Leben symbolisch durchdringt und in Franz' Herzproblemen nur seinen augenfälligsten Ausdruck findet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit "Störgeräusch" hat Martin Pichler einen sehr vielschichtigen Roman geschaffen, der zugleich grenzüberschreitend wirkt. Denn Grenzen des Alters, der Sprache und der Generationen werden genauso überschritten wie die gesellschaftlicher Erwartungshaltungen. Daraus schöpft das Buch sein anrührendes Potential und seine Kraft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*bn* &lt;em&gt;Eva Unterhuber&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-116514616768570469?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/116514616768570469/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=116514616768570469' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116514616768570469'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116514616768570469'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/12/durch-das-dickicht-der-konventionen.html' title='Durch das Dickicht der Konventionen'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-116453073564269205</id><published>2006-11-26T09:41:00.000+01:00</published><updated>2006-11-26T09:45:35.656+01:00</updated><title type='text'>Ins Ungewisse</title><content type='html'>&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/6700/1911/1600/536372/pk_pichler_vorderseite.jpg%20web.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ins Ungewisse&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;em&gt;Von Alfred Warnes&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;Diese Geschichte von den Reiders, von Vater Franz und Sohn Philip, setzt ein mit Handy und Chat, Mausklick und Nickname, Server und hot mail, mit Störgeräuschen, die sowohl Kenner wie Nichtkenner in Verwirrung versetzen.&lt;br /&gt;Sollte man nach den ersten 15 bis 20 Seiten eine Demonstrationsstory für neue, mittlerweile in den Alltag integrierte Informationstechniken erwarten, so wird man auf den folgenden rund 200 Seiten eines Anderen belehrt. Der Tod der Mutter Margareth bedeutet die Zäsur, die das, was sich schon früher abgezeichnet hat, zur Weiterentwicklung bringt. Es sind die Liebesgeschichten von zwei ungleichen Männern: die von einem 60-jährigen Witwer zu einer um über 20 Jahre jüngeren Frau, geschieden, Mutter von zwei Kindern; und die von einem 25-Jährigen, der schon vor längerer Zeit den Umbau seiner Wohnung in eine solche mit Kinderzimmer und Wickelplatz für fragwürdig und sinnlos hielt, zu einem anderen Mann.&lt;br /&gt;In filmischen Schnitten, mit Einschüben und Rückblenden, erzählt der Südtiroler Martin Pichler gekonnt von Aufbrüchen ins Unerwartete und Ungewisse. Das Lineare und Lapidare seines letzten Buches ("Nachtreise", 2005) ist hier außer Kraft gesetzt durch die größere Dichte an Personal und Erzählräumen, durch Tochter beziehungsweise Schwester mit Familie, durch beste Freundinnen und schrullige Onkel, durch ein Eintauchen in die Schwulenszene. Logische Rechnungen, fixe Vorstellungen und familiäre Gewissheiten werden aufgehoben.&lt;br /&gt;Das Ausbleiben des Rauschens in den Wasserrohren zur gewohnten Stunde, die ausgesperrte Katze, das Fehlen von Vaters Auto in der Garage, die auch spät am Abend hinter den Fenstern dunkel bleibenden Zimmer stehen für radikale Änderungsprozesse.&lt;br /&gt;Rollenmodelle und Konventionen werden in diesem Roman als etwas nicht Festgefügtes und unabänderlich Gültiges dargestellt und erlebt. Immer wieder taucht und lauert die Zukunftsfrage auf: Wie geht es weiter?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wienerzeitung, am 24. November 2006&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-116453073564269205?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/116453073564269205/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=116453073564269205' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116453073564269205'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116453073564269205'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/11/ins-ungewisse.html' title='Ins Ungewisse'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-116335137374963951</id><published>2006-11-12T18:06:00.000+01:00</published><updated>2006-11-12T18:09:33.750+01:00</updated><title type='text'>Lesung Inzing/Tirol</title><content type='html'>&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/1600/CIMG3447.jpg"&gt;&lt;img style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/320/CIMG3447.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-116335137374963951?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/116335137374963951/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=116335137374963951' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116335137374963951'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116335137374963951'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/11/lesung-inzingtirol.html' title='Lesung Inzing/Tirol'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-116327150014486389</id><published>2006-11-11T19:50:00.001+01:00</published><updated>2006-11-11T19:58:20.146+01:00</updated><title type='text'>Buchpräsentation "Störgeräusch"</title><content type='html'>&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/1600/ppMART_116.jpg"&gt;&lt;img style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/320/ppMART_116.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/1600/pMART_060.jpg"&gt;&lt;img style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/320/pMART_060.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/1600/pMART_128.jpg"&gt;&lt;img style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/320/pMART_128.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/1600/pMART_093.jpg"&gt;&lt;img style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/320/pMART_093.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-116327150014486389?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/116327150014486389/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=116327150014486389' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116327150014486389'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116327150014486389'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/11/buchprsentation-strgerusch_11.html' title='Buchpräsentation &quot;Störgeräusch&quot;'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-116291205778309986</id><published>2006-11-07T16:03:00.000+01:00</published><updated>2006-11-07T16:15:03.606+01:00</updated><title type='text'>Hochgradiger Sensualist. Zum Roman "Störgeräusch"</title><content type='html'>&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/1600/Ohne007.jpg"&gt;&lt;img style="FLOAT: right; MARGIN: 0px 0px 10px 10px; CURSOR: hand" alt="" src="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/320/Ohne007.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Kommunikationsprobleme: "Störgeräusch" von Martin Pichler&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Neuer Roman des Südtiroler Autors - Vater-Sohn-Beziehung im Mittelpunkt eines Sezierens komplizierter Seelen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Von Werner Thuswaldner/APA)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Angebot an Kommunikationsmöglichkeiten hat in jüngerer Zeit beträchtlich zugenommen. Die Schwierigkeiten miteinander zu kommunizieren scheinen, speziell wenn es um eine komplizierte Gefühlslage geht, dadurch um nichts geringer geworden zu sein. Der Südtiroler Autor Martin Pichler (Jahrgang 1970) spürt in seinem neuen Roman "Störgeräusch" vertrackten Beziehungen nach, die nicht bloß deshalb mühsam sind, weil während diverser Telefonate störende Geräusche die Verständigung behindern. Pichler erweist sich dabei als ein hochgradiger Sensualist. Sein ein wenig altväterischer Stil mag in merkwürdigem Gegensatz zur modernen Telekommunikationstechnik stehen, die von den Protagonisten genützt wird - Vergangenheit und Gegenwart scheinen aufeinander zu prallen. Wichtiger ist: Pichler ist ein Unerbittlicher, ein Grübelnder, der mit größtmöglicher Genauigkeit durchleuchtet, was sich in den Köpfen der Beteiligten abspielt, was sie sich an Gefühlen für ihr Gegenüber eingestehen und was nicht. Die Beziehungen haben auch eine körperliche Seite, und auch die wird vom Autor minutiös und mit größtmöglicher Offenheit dargestellt. Die Menschen, um die es geht und die ganz und gar von ihrer Sexualität und ihrer Gefühlswelt bestimmt werden, sind ganz biedere Leute. Eine äußerlich recht unscheinbare Familie steht im Mittelpunkt. Aber das Verhältnis der Mitglieder untereinander ist mindestens so schwer angeschlagen wie in einem Ibsen-Drama. Der Vater ist Gärtner, der Sohn bei der Volksbank angestellt. Die Spannung zwischen den beiden ist das Hauptmotiv des Romans. Sie hat nicht bloß mit der Tatsache zu tun, dass der Sohn homosexuell ist. Jeder ist für sich genug damit beschäftigt, dem Lebensglück hinterherzujagen. Der Vater hat nach dem Tod seiner Frau eine um vieles jüngere Freundin mit zwei Kindern und ist der neuen Situation vor lauter Skrupel nicht gewachsen. Der Sohn treibt sich in Chatrooms herum, sondiert das Gay-Angebot im Internet und betrügt seinen ständigen Freund. Adressaten für diesen Roman sind gewiss nicht Voyeure, wohl aber Leser, die sich für das Sezieren komplizierter Seelen interessieren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-116291205778309986?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/116291205778309986/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=116291205778309986' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116291205778309986'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116291205778309986'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/11/hochgradiger-sensualist-zum-roman.html' title='Hochgradiger Sensualist. Zum Roman &quot;Störgeräusch&quot;'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-116049166150920402</id><published>2006-10-10T16:46:00.000+02:00</published><updated>2006-10-10T16:47:41.530+02:00</updated><title type='text'>Familiäre Dramen</title><content type='html'>Familiäre Dramen scheinen die Spezialität des Südtiroler Autors zu sein. Doch wurde man bisher vor allem mit der allgegenwärtigen Mutter und deren Sterben konfrontiert, so ist Martin Pichler in seinem neuen Roman etwas gelungen, das aufhorchen, manchmal den Atem anhalten lässt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Familiengeschichte von Philipp, dem widerspenstigen schwulen Sohn von Franz und Margareth, wird so erzählt, dass auch die sexuelle Ebene der (inzwischen gestorbenen) Mutter, des (vorsichtig eine neue Liaison mit einer jüngeren Frau wagenden) Vaters sowie seiner Schwester Lea selbstverständliches Thema ist. Dazu kommt die komplizierten Beziehung Philipps zu Luca im Zentrum des schwulen Erzählstrangs: Philipp versucht Luca auf Distanz zu halten und sucht sexuelle Abwechslung im Internet. Dort trifft er auf Diego, der seinerseits darauf achtet, dass nicht zuviel Emotion in ihre gelegentlichen Dates dringt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Störgeräusche also, wohin man hört: das nicht ausgeschaltete Handy, die Misstöne in der Beziehung, der lebensbedrohliche Herzfehler des Vaters und last but not least die ‚Stimme’ der Mutter, die allgegenwärtig scheint.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wage den Vergleich: ein würdiger Nachfolger von Leavitts "Verlorene Sprache der Kräne"!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.gaybooks.de"&gt;www.gaybooks.de&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-116049166150920402?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/116049166150920402/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=116049166150920402' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116049166150920402'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/116049166150920402'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/10/familire-dramen.html' title='Familiäre Dramen'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-115787545743837039</id><published>2006-09-10T10:00:00.000+02:00</published><updated>2006-09-10T10:04:17.450+02:00</updated><title type='text'>"Störgeräusch" auf Ö1</title><content type='html'>&lt;strong&gt;Ö1 Programm &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Freitag, 06. Oktober 2006,11:40 Uhr&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Beispiele&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Literarische Neuerscheinungen aus Österreich&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herr Reider und sein Sohn nach dem Tod der Mutter: Ihr Leben muss neu orientiert, ihre eigene Beziehung neu fixiert werden. Und während der Sohn seiner langjährigen Beziehung zu einem anderen Mann entflieht, ist er auch der Tatsache ausgesetzt, dass Herr Reider mit einer weitaus jüngeren Frau ein neues Lebensglück erhofft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Autor dieses Buches, Martin Pichler, lebt als Mittelschullehrer und Schriftsteller in Bozen. Mit Krankheit und Tod einer Mutter hat er sich bereits in seinen ersten zwei Büchern auseinandergesetzt: In "Lunaspina" (Skarabaeus 2001) und in "Nachtreise" (Haymon 2005).&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-115787545743837039?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/115787545743837039/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=115787545743837039' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115787545743837039'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115787545743837039'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/09/strgerusch-auf-1.html' title='&quot;Störgeräusch&quot; auf Ö1'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-115693466787252646</id><published>2006-08-30T12:38:00.000+02:00</published><updated>2006-08-30T12:44:27.896+02:00</updated><title type='text'>Fragen zum "Störgeräusch"</title><content type='html'>&lt;strong&gt;Du entwickelst dich im neuen Roman zusehends zu einem sehr genauen Analytiker von Beziehungsverflechtungen: was fasziniert dich an komplizierten Beziehungssituationen?&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;   Familie ist ein spannendes Beziehungsfeld. Nirgendwo sonst gibt es soviel Nähe und Vertrautheit, aber zugleich auch Fremdheit und Distanz. In „Störgeräusch“ sind die beiden Protagonisten durch den Tod der Mutter gezwungen, ihre Rolle im familiären Gefüge neu zu definieren. Damit tun sich beide schwer.&lt;br /&gt;   Andererseits treten nach der erschütternden Erfahrung des Verlusts eruptiv Sehnsüchte und Obsessionen an die Oberfläche, die vorher unter dem Schutt eines angepassten oder von Notwendigkeiten geregelten Lebens verborgen geblieben waren.&lt;br /&gt;   Die Situationen, die ich schildere, sind alltäglich und doch versuche ich sie zuzuspitzen, um dem Geschehen eine gewisse Intensität zu geben, um den Text mit Spannung aufzuladen. Worauf es mir ankommt, ist das Geflecht. Auf dasselbe Geschehen werfen verschiedene Figuren einen unterschiedlichen Blick, sie deuten die Ereignisse jeweils anders, denn ihre Optik ist begrenzt. Doch auch die Anschauungen der einzelnen Figuren verändern sich im Laufe des Romans. Mich interessieren die Bruchlinien, die Widersprüche und Zögerlichkeiten meiner Figuren, natürlich geht dies auf Kosten einer temporeichen äußeren Handlung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Man hat den Eindruck, dass hinter deinen bisherigen Veröffentlichungen jeweils biografische Schreibanlässe stehen. Insofern sehe ich – auch literarisch – eine Kette fortlaufender Erinnerung von „Lunaspina“ bis zum neuen Roman  „Störgeräusch“. Geht es in deiner schriftstellerischen Arbeit um eine Form individueller Aufarbeitung ?&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;   Biografische Motivationen sind kleine Schockerlebnisse. Sie können dann aber zum Teil aus dem fertigen Text wieder verschwinden und sind meist wirklich nur Anstöße zum Schreiben. Natürlich gibt es immer parallele Linien zu meiner Biografie. Aber es müssen sich schnell schon im Schreiben Räume öffnen, die ich mit meiner Phantasie betreten und ausleuchten kann.&lt;br /&gt;   Neben den biografischen gibt es Anregungen aus Lektüren: ein erster Anstoß zu „Störgeräusch“ war ein Text über Jean Cocteau, der in einem Interview gesagt hat: Die Technik ist das moderne Orakel. Drum nehmen in dem Buch die technischen Mittel der modernen Kommunikation einen breiten Raum ein (Telefon, Handy, Internet), dadurch ist es auch ein Buch über das Hören geworden. Beim Schreiben entwickeln sich bald bestimmte Leitmotive heraus, die zu einer Art Motor der Geschichte werden und die Handlung vorantreiben. Der Roboter aus der japanischen Zeichentrickserie, für Philipp Sinnbild seiner Kindheit, wird ein Nickname, Maske und Verkleidung, die Philipp sich zulegt, um seine erotischen Abgründe zu erforschen, zugleich kehrt das Bild von Mensch und Maschine beim Vater wieder, als Philipp von der bevorstehenden Herzoperation erfährt.&lt;br /&gt;   Die drei Bücher verstehe ich als eine kleine, bescheidene Trilogie mit dem autobiografischen Text „Nachtreise“ als Mittelstück. Es gibt durchgängige Themen, und doch sehe ich in dem neuen Buch eine starke Verschiebung der thematische Achse: nicht mehr Körper und Krankheit, sondern Körper und Eros. Ich glaube auch, dass sich eventuelle weitere Texte stärker letzterem Themenpaar zuwenden werden.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Gibt es literarische Vorbilder, die dich inspirieren oder dir einen stilistischen Weg weisen oder versuchst du, davon völlig frei zu bleiben?&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ich bin vor allem Leser und vielleicht weniger Autor. Aber ich lese als Autor: Mich interessieren die formalen Tricks, die andere Autoren anwenden, ich schaue beim Lesen, welche literarischen Mittel sie verwenden und welche Wirkung sie damit erzielen. Und ich bin ein leidenschaftlicher, aber sehr selektiver und westlich orientierter Leser: Ich liebe vor allem amerikanische Autoren, Carol Joyce Oates, Philip Roth, John Updike, Stewart O’Nan, Paul Auster. Bei Harold Brodkey habe ich zum Beispiel gelernt, dass jedes Thema literaturwürdig ist, es ist nur eine Frage, wie man das Thema formal gestaltet.&lt;br /&gt;   Die Selbstverständlichkeit, mit der schwule Erotik behandelt werden kann, ohne gleich die eigene Außenseiterposition mitreflektieren zu müssen, hab ich in den Romanen von Alan Hollinghurst gefunden. Diese Lektüreerfahrung war wie eine Befreiung: Ja, man kann so darüber schreiben.&lt;br /&gt;   Es gibt Schockerlebnisse auch im Lesen, die zu Schreibmotivationen werden können: bei Kazuo Ishiguros letztem Buch ist mir das passiert. Das hat mir gezeigt, wie man bloß mit einer bestimmten Perspektivenwahl einen ganz und gar verstörenden Effekt erzielen kann, sodass zum an der Oberfläche Erzählten ein total konträrer Subtext mitläuft. Lesen ist in der Tat ein spannendes Abenteuer!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Du verwendest große Sorgfalt auf die genaue Beschreibung eng umgrenzter Lebenskreise. Wie würdest du dem Vorwurf begegnen, dem Roman fehle es an „Weite“, oder die Perspektive sei zu „individualistisch“?&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;   Ich stecke mir beim Schreiben kaum programmatische Ziele. Ich habe keine bestimmte Botschaft zu vermitteln. Das Gesellschaftliche spielt in den Text hinein, wenn ich meine Figuren präzise in ihrem sozialen Kontext zu verorten versuche, wenn ich die Mentalität beschreibe, aus der heraus sie sprechen oder handeln. In ihren Ängsten tritt zutage, was für die Gesellschaft, in der sie leben, noch tolerierbar ist oder was nicht. Der Roman zeigt mehrere Perspektiven, lässt unterschiedliche Figuren erzählen, und er versucht nicht für eine Version Partei zu ergreifen. Und die Figuren selbst sind nicht auf Eindeutigkeit angelegt: Der Vater, der eine kleine innere Revolution durchmacht, fällt am Ende doch auch wieder in alte, stark konservative Denkmuster zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Deinen Stil kennzeichnet , wie ich glaube, eine erstaunliche Detailschärfe, sowohl was Handlungselemente, als auch was Stimmungen und ganz allgemein Szenerien betrifft: wie wichtig ist für dich dieses „fotografische“ Gestalten im Schreibprozess?&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;   Es geht mir darum, Glaubwürdigkeit und Stimmigkeit zu erzeugen. Vielleicht ist dies auch ein wichtiger Moment im Schreibprozess selbst. Würde ich meine Kulissen schnell hochziehen wie Bretterwände, sodass man sie sofort als Attrappen durchschaut, dann würde mich das schon im Laufe der ersten Niederschrift stark irritieren. Der Text käme mir flach und verlogen vor. Ich will nicht über Figuren und Szenerien hinwegfliegen, sondern ganz nah bei ihnen bleiben. Ich will Langsamkeit. Meine Figuren befinden sich in einer außergewöhnlichen psychischen Situation und über diese innere Zerrissenheit führe ich Protokoll.&lt;br /&gt;   Es geht mir auch um eine atmosphärische Dichte, die ich durch die Benennung von nebensächlichen Details erreiche. Gegenstände können eine wichtige Rolle im Leben spielen und eine gewisse Haltung und Einstellung verkörpern: So steckt die Knausrigkeit, die Philipp seinem Vater vorwirft, auch in dem Gasherd, der zugleich eine ganze Ehe zusammenfasst und für ein von Franz und Margareth geteiltes Ideal steht.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Du setzt häufig code-switches ein, die den Text irgendwo in einen lokalen Bezugsrahmen stellen. Ist dir diese „Verortung“ wichtig oder hat die Verwendung von Elementen der inneren und äußeren Mehrsprachigkeit mehr textbezogene Gründe?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;   Es gibt im Roman nur wenige ausdrückliche Hinweise darüber, wo die Geschichte spielt. Aber aus den Andeutungen wird gleich klar, dass es der Südtiroler Raum ist. Darum ist diese Zweisprachigkeit vor allem eine geografisch bedingte Gegebenheit und es steckt keine besondere Schreibintention dahinter, diese Mehrsprachigkeit im Text anklingen zu lassen.&lt;br /&gt;   Andererseits hat Sprache hat auch eine erotische Dimension. In dieser Hinsicht teile ich Philipps Empfinden, dass die erotische Phantasie nicht unbedingt in der Muttersprache beheimatet sein muss. Auch ich finde das Italienische weit stimulierender.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Du sprichst in deinem neuen Werk sehr deutlich das Thema Homosexualität an: kann man „Störgeräusch“ auch als eine Art „Szeneroman“ lesen?&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;   „Störgeräusch“ ist ein Buch über erotisches Verlangen, über Sexualität und nicht zuletzt über Liebe. Schon in den anderen beiden meiner Bücher war das Thema da. „Lunaspina“ folgt dem Schema eines Coming-Out-Romans und erzählt unter anderem die (homo)sexuelle Gewisswerdung des Protagonisten. In „Nachtreise“ ist das Thema durch die Todesthematik stark zurückgedrängt.&lt;br /&gt;   Es geht mir nicht um einen Tabubruch. Ich erzähle von Liebe und Sex zwischen Männern, weil mir diese Erfahrungswelt vertraut ist. Das heißt natürlich nicht, dass ich über die Grenzen meiner sexuellen Neigung hinaus, oder über die Grenzen meines biografischen Alters, keine Geschichten und Figuren entwerfen kann. Und abgesehen von einigen speziellen Facetten lassen sich die psychologische Dynamiken innerhalb eines gleichgeschlechtlichen Paares genau so gut auf ein heterosexuelles Paar übertragen. Es geht um Leidenschaft, um Macht, um Unterwerfung hier genauso wie dort.&lt;br /&gt;   Mich interessieren Szeneromane nur sehr bedingt. Von allem Anfang an wollte ich eine bestimmte Eingleisigkeit vermeiden: Ich erzähle zwei Geschichten in dem Buch, eine heterosexuelle und eine homosexuelle. Auf gar keinen Fall wollte ich Klischees verstärken, deshalb ist in „Störgeräusch“ die heterosexuelle jene von der Gesellschaft nicht akzeptierte. Und der „Bösewicht“ ist für mich der schwule Sohn und nicht der von seinem moralischen Thron gestürzte Vater. Dieser macht im Laufe der Geschichte auch eine größere innere Veränderung durch und ist die eigentlich „progressive“ Figur, während der Sohn in seinen konservativen Vorstellungen gefangen bleibt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Welche Reaktionen hast Du bisher auf das Buch erfahren – und welche Reaktionen würdest du dir wünschen?&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;   Ein veröffentlichtes Buch gehört nicht mehr dem Autor, sondern den Lesern. Und dennoch nimmt „Störgeräusch“ für mich einen besonderen Platz ein. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Fiktionalisierung, es ist charakterisiert durch das Ringen um eine bewusste Komposition, aber auch durch die Erweiterung meines thematischen Spektrums. Ich würde mir wünschen, dass einiges davon auch bei den Lesern so ankommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Verrätst du etwas von deinen neuen Projekten oder ist das noch „Verschlusssache“?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;   Ich habe an einer Reihe von Geschichten über die Kindheit gearbeitet, die miteinander eine Einheit, vielleicht eine Art Roman bilden. Sie handeln von Sein und Schein und vom Erwachen der Sexualität. Die ersten dieser Texte sind gleich nach „Lunaspina“ entstanden und die letzten im Laufe des vergangenen Schuljahres. Ironie spielt eine große Rolle in diesen Texten, die im selben Familienkosmos angesiedelt sind wie andere meiner Texte. Aber meine kreative Neugier ist über diese Sammlung bereits hinausgewachsen und möchte den großen Sprung versuchen, hinaus aus meiner bisherigen Erzählwelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Fragen: Bernhard Nussbaumer&lt;/strong&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-115693466787252646?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/115693466787252646/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=115693466787252646' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115693466787252646'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115693466787252646'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/08/fragen-zum-strgerusch.html' title='Fragen zum &quot;Störgeräusch&quot;'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-115616607931957849</id><published>2006-08-21T15:12:00.000+02:00</published><updated>2006-08-21T15:14:39.333+02:00</updated><title type='text'>"Nachtreise" im Hörfunk</title><content type='html'>Rai Sender Bozen&lt;br /&gt;am 2., 9., 16. und 23. September&lt;br /&gt;Forum Literatur&lt;br /&gt;20.15 bis 22.00 Uhr&lt;br /&gt;Sprecher: Christoph Pichler&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-115616607931957849?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/115616607931957849/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=115616607931957849' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115616607931957849'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115616607931957849'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/08/nachtreise-im-hrfunk.html' title='&quot;Nachtreise&quot; im Hörfunk'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-115614798874897395</id><published>2006-08-21T10:10:00.000+02:00</published><updated>2006-08-21T11:18:45.303+02:00</updated><title type='text'>Die Passion des Pornographen</title><content type='html'>&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/1600/aMar_004.1.jpg"&gt;&lt;img style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://photos1.blogger.com/blogger/6700/1911/320/aMar_004.1.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;1 Frühe Lektüren&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufklärungsunterricht erteilt mir der Großmeister des Horrors persönlich. Als Oberschüler lese ich mich durch die seitenstarken Wälzer von Stephen King und genieße die Zeremonien der Schlächter, die sich an schönen Körpern gütlich tun. Einen Fuß in die Tür der Guten kriegt das Böse immer durch sexuelle Verlockung. Und so sauge ich gierig in mich auf, was in meiner sonstigen Jungenwelt nie zur Sprache kommt, den ganzen Höllenkatalog fleischlicher Sünden.&lt;br /&gt;Als noch unberührter junger Mann lese ich die Bücher der literarischen Sexmaniacs: Henry Miller und Philip Roth. In der Schule hingegen gebe ich mich frauenbewegt und lege geschickt die Rowohlt-Bändchen &lt;em&gt;neue frau&lt;/em&gt; vor die Augen der Lehrer. Mein Lieblingstitel ist Märta Tikkanens &lt;em&gt;Wie vergewaltige ich einen Mann&lt;/em&gt;.&lt;br /&gt;In der Bozner Tessman-Bibliothek finde ich ein Buch, das gleich auf der ersten Seite eine Warnung enthält: &lt;em&gt;Dieses Buch darf wegen des Inhaltes nicht an Jugendliche weitergegeben werden und sollte abgeschlossen aufbewahrt werden.&lt;/em&gt; Ich schwanke zwischen ungläubigem Staunen und gläubiger Erregung, dass es das wirklich gibt: ein verbotenes Buch. Als wäre mir auf der Oswaldpromenade plötzlich ein Einhorn begegnet. In der Tat, Literatur ist gefährlich, sie trifft direkt ins Herz und auch anderswohin. Jean Genets &lt;em&gt;Querelle&lt;/em&gt; eröffnet mir neue literarische Horizonte und nimmt sexuelle Gewissheiten vorweg, die ich erst später gewinnen werde: nämlich dass auch ich von diesen muskulösen Matrosen und abgerissenen Dieben mehr angezogen bin als von jedem anderen Schlag Mann. Diese gefallenen Engel, wie sie später von der &lt;em&gt;Titan&lt;/em&gt;-Pornotraumfabrik auf Video gebannt werden.&lt;br /&gt;Der eigentliche Film zum Buch aber ist von Rainer Werner Fassbinder und läuft auf ORF 2 in der Sendung &lt;em&gt;Kunststücke&lt;/em&gt;. Am selben Sendeplatz finde ich weitere schwule Filmleckerbissen, Derek Jarmans &lt;em&gt;Caravaggio&lt;/em&gt; und E. M. Forsters Romanverfilmung &lt;em&gt;Maurice&lt;/em&gt;. Leider haben gute Kulturprogramme im Fernsehen immer nur ein kurzes Leben und ich werde von den ORF-Programmchefs bald um meinen Bildergenuss zu spätabendlicher Stunde gebracht.&lt;br /&gt;(Eine der ersten Wahrnehmungen, dass meine Libido auf Abwegen wandelt, findet viel früher statt und verdankt sich dem nachmittäglichen Kinderprogramm. In einer Folge von &lt;em&gt;Löwenzahn&lt;/em&gt; will uns Peter Lustig eine besondere Fabrik zeigen und er zieht dafür einen Sicherheitsanzug an. Aber kurz davor kommt sein praller Hintern ins Bild. Ich bin erschrocken und erregt zugleich, und dann erschrocken über meine Erregung.)&lt;br /&gt;Ich lese und verliebe mich. Ich gehe die Szenen meiner Liebe wieder und wieder in Gedanken durch. Es ist nicht meine Geschichte, sondern die der Figuren in einem Roman, &lt;em&gt;Giovannis Zimmer&lt;/em&gt; zum Beispiel von James Baldwin. So will ich es auch haben: hoffnungslos dieser Liebe ausgeliefert sein und von der Gesellschaft dauernd Prügel vor die Füße geworfen bekommen. Natürlich bin ich kein Schwarzer in Amerika, der durch sein Schwulsein eine Minderheit in der Minderheit ist, aber dafür Südtiroler, und das trifft es ja so ähnlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2 Schreibversuche&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In meinen ersten Schreibversuchen wimmelt es von Vampiren, Werwölfen und sonstigen ekligen Phantasiewesen: Sie sind tentakelbewehrt und sondern glibberige Flüssigkeiten ab. Freud hätte seine wahre Freude daran gehabt. Meine ersten Leserinnen auch, zu meinem Unglück verfügen sie über hobbypsychologische Kenntnisse und breiten diese mir auch wortreich aus. Ich bin etwas gekränkt, es geht hier ja nicht um Tagebuchschreiben, sondern um Südtirols Antwort auf Stephen King.&lt;br /&gt;Zu meiner Unizeit wechsle ich vom U- ins E-Fach. Als Leser entwöhne ich mich schrittweise meiner Jugendsünden und so werden Heyne- und Bastei-Lübbe-Bändchen mit der Zeit von Luchterhand und Suhrkamp verdrängt. Bei meinen Eroberungsversuchen greife ich auf hausgemachte Texte zurück, um einen Trumpf mehr in der Tasche zu haben. Einer Studentin gebe ich eine Kurzgeschichte zu lesen, sie nagelt mich an dem letzten Satz fest: &lt;em&gt;Ihm schien, als wollte sie etwas von ihm.&lt;/em&gt; Sie schließt von der Figur im Text direkt auf den jungen Schreiber. Und sie schlüpft in die Haut der weiblichen Figur: Meinst du das nun positiv, dass sie etwas von ihm will oder nicht?&lt;br /&gt;Ja, wie meine ich das? Ich will mich dieser Frage nicht stellen und verüble der Freundin diesen germanistisch unzulässigen Sprung von einem Text mitten hinein ins komplizierte Gefühlsgewebe des Autors.&lt;br /&gt;Diesmal entgeht es meinen freudbewanderten Leserinnen: In meinen Texten tauchen nach und nach attraktive junge Männer auf, um die ich einen barocken Verbalzirkus veranstalte, doch der ganze epische Aufstand verliert sich im Nichts. Denn trotz des Heißhungers, mit dem ich die Werke der großen Erotomanen verschlinge, bin ich sexuell – und was die wichtigen Dinge im Leben angeht - immer noch gänzlich unberührt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3 Spätzünder&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nach der Motivation für sein Schreiben befragt, antwortet David Leavitt in einem Interview, das mir als Zwanzigjähriger zufällig in die Hände fällt: &lt;em&gt;Ich wollte die Bücher schreiben, die ich gerne gelesen hätte, als ich jung war, die ich aber in keiner Bibliothek und in keinem Buchladen finden konnte.&lt;/em&gt; Das ist es, denke ich mir und hege eine neue große Ambition, ich will Pioniersarbeit leisten und einen schwulen Roman schreiben, der vor Südtiroler Kulisse spielt. Damit werde ich nicht nur mich selbst aus der Misere meiner sexuellen Neutralität hieven, sondern andere, ebenso hilfs- und identifikationsbedürftige gleich mit. Die Südtiroler Welt wird staunen und mir den geringen Makel meiner sexuellen Neigung nachsehen. Hinter der Maske des Schriftstellers lässt es sich ungestraft schwul sein. Er ist ein Künstler, werden die Leute entschuldigen und dabei einander zuzwinkern.&lt;br /&gt;Dass ich wie Karl May in seiner Gefängniszelle vom Wilden Westen nur träume, ohne je dort gewesen zu sein, unterschlage ich vor mir selbst.&lt;br /&gt;Für meine Generation genügt kein Mouseklick auf die blauen Seiten von &lt;em&gt;Gayromeo&lt;/em&gt;, um zu sehen, dass man nicht allein am anderen Ufer Südtirols &lt;em&gt;online&lt;/em&gt; ist. &lt;em&gt;Verbindung herstellen&lt;/em&gt; heißt, aus der Anonymität ausbrechen und sein Gesicht zeigen. Was Schrecken genug ist. Meine ersten vorsichtigen Schritte in schwules Hoheitsgebiet verdanke ich der neofaschistischen Partei MSI, die grad, als ich Kontakt brauche, einen ihrer Parteimitglieder wegen homosexueller Neigung ausschließt und so den Anstoß gibt für eine Artikelserie in der FF. Am Kiosk verlange ich mit zittriger Stimme nach der Wochenzeitung mit dem knalligen Cover: der innige Kuss zweier Männer.&lt;br /&gt;Inzwischen fast fünfundzwanzig, stürzen all meine Kopfgerüste ein und mein planloses Schreiben gerät in ein heilsames Stocken. Sogar für meine Lesepassion finde ich weniger Zeit. Ich habe zu tun, ich hole Leben nach. Ich verliebe mich, diesmal ohne literarisches Skript und nicht bloß in meiner Imagination. Es ist wunderbar und grausam zugleich, aber vor allem ganz einfach: der stärkste Rausch, den das irdische Dasein zu bieten hat. Ich genieße, ich leide, ich werfe kurzerhand all meine Schreiberambitionen über Bord, wozu brauche ich das jetzt noch. Ich habe was Besseres gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4 Die letzte Bastion&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schließlich geht mein kleiner Autorentraum doch in Erfüllung. Zu meinem Erstling &lt;em&gt;Lunaspina &lt;/em&gt;steht im Katalog der schwulen Buchläden: &lt;em&gt;Aus den exotischsten Ländern der Welt erschienen in den letzten Jahren Bücher mit schwuler Thematik, doch nun ist die letzte Bastion gefallen: Südtirol!&lt;/em&gt; Andere begegnen dieser Pioniersleistung mit weit geringerer Begeisterung. Als mein Vater auf dem Grieser Platz an der Bäckertheke um Brot ansteht, spricht ihn eine Frau an: Jetzt hab ich das Buch von deinem Bub gelesen, das hätte aber nicht sein müssen!, meint sie entrüstet. Mein Vater tritt die Flucht nach vorne an: Ja, ja, mein Sohn mit seiner Pornographie!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5 Der verstoßene Sohn&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit dem Tod meiner Mutter leben Vater und ich Wohnung an Wohnung. Das Frühstück nehme ich noch lange Zeit am Tischplatz meines Vaters ein, von dem aus ich einen wunderbaren Blick durch die Terrassentürscheibe auf unsere Straße habe. Bis mich mein Vater eines Tages aus seiner Wohnung wirft: Wenn ich weiblichen Besuch habe, will ich dich hier nicht haben. Ich gehe auch nicht in deine Wohnung, wenn du mit deinem Freund dort bist. Einen Augenblick lang mime ich den verstoßenen Sohn, dann erkenne ich, dass ich im Unrecht bin.&lt;br /&gt;Glücklich verliebt, aber auch den missbilligenden Blicken anderer Leute ausgesetzt, weil er so kurz nach Mutters Tod wieder eine neue Beziehung eingegangen ist, bekennt mein Vater: Du hast es vorgemacht, wie man seinen eigenen Weg gehen muss, du bist mutig gewesen. Ich könnte meinem Vater Coming-Out-Tipps geben, wir haben die Rollen getauscht, er ist plötzlich der verliebte Teenager und ich ein väterlicher Ratgeber.&lt;br /&gt;Dennoch: Dass sich das Thema Homosexualität wie ein roter Faden durch meine Texte zieht, findet nicht ganz seine Zustimmung. Nach Ansicht meines Vaters ist das ein Minderheitenprogramm, weil es nur ein unerhebliches Zielpublikum erreicht. Das ist nicht der Stoff, aus dem Bestseller gemacht sind! Und ich denke an die Großen in meinem Fach: Wenn ein von mir verehrter John Updike dem ebenfalls von mir hoch geschätzten Alan Hollinghurst vorwirft, in seinem Buch gehe es dauernd nur um schwulen Sex, so macht dieser Vorwurf umgekehrt keinen Sinn.&lt;br /&gt;Aber mein Vater ahnt nichts von diesen Ungerechtigkeiten. Sein Kanon umfasst im Grunde nur ein einziges Buch: Die Beschreibung von Kannibalismus und seriell wiederkehrenden Mordgelüsten in &lt;em&gt;Das Parfum&lt;/em&gt; trüben in ihm kein Wässerchen, aber in der deskriptiven Genauigkeit gleichgeschlechtlicher Vorgänge sieht er ein krummes Spiel mit dem Voyeurismus des Publikums. Aber eigentlich hat er seinen Sohn literarisch schon verloren gegeben, bald wird er selbst zur Feder greifen und mit seinem funkelnden Stil dem thematisch monotonen Junior-Schreiberling den Gnadenstoß versetzen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-115614798874897395?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/115614798874897395/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=115614798874897395' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115614798874897395'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115614798874897395'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/08/die-passion-des-pornographen.html' title='Die Passion des Pornographen'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-19334248.post-115588549298642277</id><published>2006-08-18T09:13:00.000+02:00</published><updated>2006-08-19T18:09:48.870+02:00</updated><title type='text'>Autobiographie kann jeder</title><content type='html'>Die Geschichten meines Sohnes beginnen alle gleich, sagt mein Vater und seufzt über sein schweres Amt, stets als Ideen- und Sprachlieferant herhalten zu müssen.&lt;br /&gt;Mein Vater hält sich für den besseren Schriftsteller, den nur irgendwelche Dringlichkeiten stets vom Schreiben abgehalten haben. Er ist besser gerüstet für dieses Metier, vor allem meint er damit, dass er über eine publikumswirksamere Themenvielfalt verfügt. Sollte der Vater einmal tatsächlich zur Feder greifen, dann kann der Sohn einpacken mit seiner blassen Literatur, dessen ist er gewiss.&lt;br /&gt;Zwischendurch begegnet mein Vater bei seinen morgendlichen Einkaufsrunden einer meiner Leserinnen. Sofort tritt er die Flucht nach vorne an: Er habe nichts unversucht gelassen, um dem Sohn die pornografischen Flausen auszutreiben. Auf sein Konto gehe diese niedere Poetik nicht! Er werde, schwört er vor dieser Zeugin wider Willen, zu drastischen Mitteln greifen und den literarischen Spielereien die finanzielle Grundlage entziehen. Das sei nämlich überhaupt das Unverschämte an der ganzen Sache, dass der Finanzstrom immer noch von ihm zu den Söhnen fließe und nicht in die Gegenrichtung. Dabei hatte er doch gehofft, dass sich diese langjährige, kostspielige Investition in den Nachwuchs einmal lohnen könnte.&lt;br /&gt;Mein Vater sieht sich als wachsamer Hüter der Tabus. Genau so stellte er sich als der autoritäre Pädagoge dar, dem nur meine Mutter mit ihrer Weichherzigkeit einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Vaters unerbittlicher Erziehungsstock ist ein erfundenes Requisit. So wie er in flinken Umrissen eine Vaterfigur entwirft, die er in Wahrheit nie verkörpert hat. Seine Zuhörerin schwankt zwischen Belustigung und Bestürzung, sie weiß nicht, soll sie ihn beim Wort nehmen oder nicht. Vater flunkert, springt mühelos von Mimesis zu Poesis. Dem Sohn hingegen traut er dieses Kunststück nicht zu. Bei deinen Büchern erkennt man auf den ersten Blick den ganzen Schwindel: Das ist alles autobiografisch, urteilt er und meint damit: Autobiografie ist keine Kunst, Autobiographie kann schließlich jeder.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/19334248-115588549298642277?l=martinpichler.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://martinpichler.blogspot.com/feeds/115588549298642277/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=19334248&amp;postID=115588549298642277' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115588549298642277'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/19334248/posts/default/115588549298642277'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://martinpichler.blogspot.com/2006/08/autobiographie-kann-jeder.html' title='Autobiographie kann jeder'/><author><name>Martin Pichler</name><uri>http://www.blogger.com/profile/06007645024988213289</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
